Bildungsveranstaltung "Hinter der Maske-Künstler in der DDR"

Kopf mit Maske
Kopf mit Maske

Stellt die Titelplastik von Theo Balden „Kopf mit Maske“ (1964) der Ausstellung im Barberini Potsdam „Hinter der Maske-Künstler in der DDR“ die Einstellung der DDR Künstler zur Staatskunst dar? Aus der Plastik ist nicht zu erkennen, wird die Maske vor das Gesicht geschoben oder vom Gesicht weggeführt. Also spiegelt das Ausstellungsstück doch die typischen Handlungsweise von DDR Bürgern in ihrer Zeit wieder? Wegschauen und nichts sagen oder hinschauen und etwas tun?

 

Demnach symbolisieren die Masken in den ausgestellten Arbeiten das Selbstbewusstsein und die Rollenspiele in der sich Künstler in der damaligen Gesellschaft sahen. Sie stehen also für die Zweideutigkeit der Minenspiele der  Gesichter.

 

Dennoch fällt „Hinter der Maske-Künstler in der DDR“ weitaus differenzierter aus. Beginnend von der unmittelbaren Nachkriegszeit bis zum Zusammenbruch der DDR werden in neun Kapiteln 120 Arbeiten von 84 Künstlerinnen und Künstlern gezeigt.

 

Jeder Künstler musste seinen eigenen Weg finden, denn egal, ob er von den Zielen des Sozialismus überzeugt war oder nicht, war er mit den kunstpolitischen Vorgaben von Partei und Staat konfrontiert. 

Um das alles zu ergründen und Neues über die DDR-Künstler zu erfahren oder Altbekanntes aufzufrischen, trafen sich die Liberalen Senioren Brandenburg zu einer Führung durch diese Ausstellung. Unser Verband besteht zur einen Hälfte aus Mitgliedern, die in den alten Bundesländern beheimatet waren und zur anderen Hälfte aus Mitglie­dern aus der ehemaligen DDR. Ein gemeinsamer Besuch der Aus­stellung durch die Liberalen Senioren sollte die historisch unterschiedlich ge­wach­senen Erfahrungshorizonte in den neuen und alten Bundes­län­dern im Geiste liberaler Traditionen zusammenführen.

 

Unter diesem Gesichtspunkt ging es am 13. Dez. 2017 zu einem geführten Ausstellungsbesuch in das Museum Barberini. Als erstes wurde uns die berüchtigte Leipziger „Viererbande“ (Willi Sitte, Werner Tübke, Bernhard Heisig und Wolfgang Mattheuer), die in diesem Reigen auch vollständig vertreten war, vorgestellt. Wie nicht anders zu erwarten war, hat Heisig mit „Ikarus“ und Tübke mit einem Selbstbildnis in der Ausstellung einen Platz gefunden.

Beide Künstler wählten häufig antike oder religiöse Motive für ihre Bilder und bedien­ten sich damit einer bewährten Methode nicht nur ihrer Zeit.

Ikarus
Ikarus
Selbstbildnis Tübke
Selbstbildnis Tübke

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Diese vorweihnachtliche Bildungsveranstaltung der Liberalen Senioren Brandenburg, der Besuch des Museums Barberini, hat die Wissbegier vieler Mitglieder an gestaltender Kunst geweckt. Der Zuspruch fiel außerordentlich positiv aus. Es gab einerseits Mitglieder, denen die Neugier auf die lange unsichtbare DDR-Staatskunst anzusehen war, andererseits gab es jene Mitglieder, die mit klarer Neugier an einzelnen Künstlern und Werkbiografien heran gingen und am Zusammenspiel der verschiedenen Handschriften und Haltungen Interesse hatten.

 

Die abschließende Feststellung aller Teilnehmer, es war eine sehr interessante Bildungsveranstaltung, die Zeit dafür war aber zu kurz. Na gut, mit den Worten: “Es sollte nur eine Anregung für weitere Besuche sein", endete die letzte Bildungsveranstaltung der Liberalen Senioren des Jahres 2017.

„Hinter der Maske-Künstler in der DDR“ im Museum Barberini, Humboldtstraße       5–6, 14467 Potsdam, läuft bis zum 4. Februar 2018

 

 

Voller Eindrücke, jeder Teilnehmer fand eben auch ein anderes Ausstellungsstück als bemerkenswert, machten sich die Liberalen Senioren zum Ausklang des Tages zu ihrer Liberalen Vesper in das Alex in der Wilhelmgalerie auf den Weg. Schon auf dem gemeinsamen Fußmarsch zur Gaststätte wurde über das erlebte leidenschaftlich diskutiert. Einzigartige und beeindruckende Gemälde und Plastiken zwangen dazu, sie mental zu verarbeiten, die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zur Entstehung der Werke zu betrachten und Versionen zu den möglichen Aussagen der Künstler in ihren Werken zu ergründen. Also, Themen für mehr als eine Liberale Vesper. Aber schnell hatte die Liberalen Senioren die Realpolitik wieder eingeholt. Es standen dann Themen wie die Bildung der neuen Bundesregierung, Fragen zur Bildungs- oder Sicherheitspolitik oder zur bevorstehenden Wahl des Oberbürgermeisters von Potsdam zur Debatte.

 

Auch eigene Themen der Liberalen Senioren Brandenburg wurden erörtert. Ein ereignisreiches Jahr geht für die Liberalen Senioren Brandenburg 2017 zu Ende. Es wurde viel erreicht, selbst bei dem Kernthema unseres Verbandes „Wahrnehmung und Förderung der Interessen älterer Menschen im Geiste liberaler Tradition“ sind die Liberalen Senioren weit vorangekommen. Das soll auch 2018 so bleiben. Zahlreiche Bildungsveranstaltungen und politisch geprägte Liberalen Vespern sind vorgesehen. Auch die Unterstützung bei dem 2018 beginnenden Landtagswahlkampf 2019 wird ein Thema sein.

 

Die Liberalen Senioren richten zu Beginn des Jahres erstmal ihr ganzes Augenmerk auf das 15. Gründungsjubiläum des Landesverbandes. Dieses Jubiläum begehen die Liberalen Senioren am 28. März 2018 in der Gründungsgaststätte „Kartoffelkäfer“ in Brandenburg an der Havel. Nicht viele Landesverbände der Liberalen Senioren können auf eine so lange Tradition zurückblicken.

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Das Neue Jahr 2018 hält viele Überraschungen bereit. Erwartetes und Unerwartetes wird wohl geschehen, neue Perspektiven werden sich auftun, und viele Dinge werden sich verändern. Für all das wünschen die Liberalen Senioren allen Mitgliedern der Freien Demokaten, der Liberalen Senioren, ihren Partnern, Freunden und guten Bekannten und all denjenigen, die eben an den Aktivitäten der Liberalen Senioren Brandenburg interessiert sind sowie allen die, die diese Zeilen lesen, viel Glück und Erfolg, aber auch viel Kraft und Mut, und dass man am Ende des Jahres 2018 dankbar und zufrieden darauf zurückblicken kann.